Nachlese

„Eine Beziehung für das Leben: Geht das überhaupt? Was tun gegen Bindungsangst? Warum heiraten?“, Vortrag von Mag. Ursula Reiter bei der XVIII. Mitteleuropäische Studentinnentagung ‘The Family Impact’ am 13.03.2016

Die Erfahrung der Ehefrau und Familienmutter zeigten, dass ein erfülltes Leben möglich ist, wenn man bereit ist, Idealvorstellungen zu hinterfragen und von ihnen abzurücken, wenn sie unerreichbar sind. Denn: Kein Mensch ist perfekt, schon gar nicht der zukünftige Partner. Stattdessen sollte man lernen, sich auf die konkreten Umstände einer Beziehung einzustellen und das gegenseitige Sich-Schenken, Vertrauen und Vergeben einüben. Sexualität ist in dieser lebenslangen Bindung der Ehe der leibliche Ausdruck eines unbedingten inneren Ja zum anderen. Ehe und Familie werden so zum Abenteuer, das täglich neu begeistert.

„Die Familie als Grundschule für das Leben“, Vortrag von Dr. Reinhard Pichler bei der XVIII. Mitteleuropäische Studentinnentagung ‘The Family Impact’ am 12.03.2016

Urvertrauen oder Missvertrauen – das lernt ein Kind in den ersten 12 Monaten seines Lebens. Die Fundamente, auf denen das Leben eines Menschen aufbaut, werden nach dem Modell der acht Lebensphasen von Erikson sehr früh gelegt – und keine Phase kann übersprungen werden: vom Urvertrauen über Autonomie, Initiative, Werksinn und Identität bis hin zu Intimität, Generativität und Integrität. Die Berufung von Ehe und Familie sieht Psychotherapeut in ihrer Grundschule des „Heil – liebens“. Frühe Verletzungen in der Familie treffen deshalb besonders hart, wenngleich die Möglichkeit der Nachreifung besteht, um Defizite auszugleichen. Aus zwei Leben ein einziges Leben zu machen, grenzt eigentlich an ein Wunder. Vom Standpunkt des katholischen Glaubens aus betrachtet reicht Familie über die konkrete Personengemeinschaft hinaus und darf mit der Hilfe der Gnade Gottes, der DIE Liebe ist, rechnen.

„Mein Kind ist kein Staatseigentum – Was Eltern wollen und Kinder brauchen“, Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal am 12.10.2015

Für den Familienpolitikexperten scheint angesichts aktueller Debatten wichtig, dass sich die Zivilgesellschaft stärker in den demokratiepolitischen Diskurs einmischt. Dabei ist Diskursfähigkeit entscheidend, die sich in Sachlichkeit, argumentativer Kraft und fundierter Begründung der Meinungen zeigt. Prof. Dr. Wolfgang Mazal ging vom Personenbegriff, vom Spannungsfeld zwischen Individualität und Kollektiv und vom verfassungsrechtlichen Rahmen aus, in dem Familienpolitik steht. Er ortet ein Problem darin, dass die Grenzen von staatlichen Eingriffen auf diesem Gebiet weitgehend unerforscht sind.

Wer lernt hier fürs Leben? Vortrag von MMag. Niklas Schmidt im Rahmen der Abschlussfeier am 14.06.2015

Nicht nur fachliche Kompetenz ist für den beruflichen Erfolg entscheidend. Grundhaltungen wie Ausdauer und Integrität, die eigenen Schwächen zu erkennen und in Angriff zu nehmen, seinen Horizont durch anspruchsvolle Lektüre ständig zu erweitern und sich hohe Ziele zu setzen etwa sind gleichermaßen ausschlaggebend. Dies kann man von Persönlichkeiten wie Demosthenes, Andrew Wiles, Warren Buffett und anderen lernen.

Trio sosima spielte Werke von Haydn, Devienne, Telemann, Mraz, Röntgen u.a., Hauskonzert am 08.06.2015

Das junge und launige Kammermusikensemble Trio Sosima begeisterte am 8. Juni das Publikum in seiner ungewöhnlichen Kombination aus Querflöte, Oboe und Fagott (Querflöte – Sophie Stöger, Oboe – Silvio Trachsel, Fagott – Maximilian Weninger) u.a. mit Werken von Haydn, Devienne, Telemann, Mraz, Röntgen und Cambini samt einer unterhaltsamen Moderation.

Familie und Konsumgesellschaft – Eine Navigationshilfe, Vortrag von Dr. Michael Schwarz am 26.04.2015, im Rahmen des Familiensonntags

In einer Welt der kurzlebigen Wegwerfprodukte und des Konsums als Statussymbol braucht es eine Erziehung zur Selbstkontrolle und Selbstgenügsamkeit. Am Vorbild der Eltern lernen die Kinder etwa bei den Mahlzeiten oder im Umgang mit Taschengeld und Fernsehen das Nein-Sagen oder zu warten, trainieren den Willen und erlangen echte Freiheit. So sind sie gegen den Konsumzwang gewappnet und verstehen es gleichzeitig, wahrhaft zu genießen.

Ein Kind um jeden Preis? – Worüber die Reproduktionsmedizin schweigt, Vortrag von Mag. Susanne Kummer, am 16.01.2015

Das Fortpflanzungsmedizingesetz, das in Österreich beschlossen wurde, ist umstritten. Der Preis, den Frauen, künftige Kinder und die Gesellschaft zu zahlen haben, ist hoch. Nunmehr ist Eizellenspende erlaubt, lesbische Paare können ihren Kinderwunsch via Samenspende erfüllen und Embryonen dürfen im Zuge der künstlichen Befruchtung (IVF) selektiert werden (Präimplantationsdiagnostik). Im Dezember 2014 war die Bioethikerin Mag. Susanne Kummer als Expertin vor den parlamentarischen Gesundheitsausschuss geladen, ebenso zu TV-Debatten, Radio-Interviews und Vorträgen. Untermauert mit wissenschaftlichen Studien und Daten legte sie die Schattenseiten dieser Methoden dar.

Kunst in der Familie: Kindern durch Bilder die Welt des Glaubens erschließen, Vortrag von Prof. Dr. Ralf van Bühren, am 23.9.2014

Der Kunst- und Kirchenhistoriker, Dozent für Kunstgeschichte und Architekturgeschichte an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom, zeigte an Beispielen verschiedener Kunstrichtungen, wie man für Kinder – oder sich selbst – ein religiöses Bild erschließen kann.

Ist Russland auf dem Weg in die Demokratie? Vortrag von Dr. Susanne Scholl am 10.3.2014
Nachlese_SchollGerade hat Russland sich als weltoffener Olympia-Gastgeber in Sotchi gezeigt, da findet in der Ukraine der Umsturz statt und wendet sich die Insel Krim Russland zu. Beobachter, die das Eindringen russischer Soldaten in der Ukraine überprüfen wollen, werden nicht vorgelassen. Putin hält sich bedeckt. Nach einem Rückblick über die politische Entwicklung in der Ukraine in den letzten Jahren erörterte die promovierte Slawistin und langjährige Russland-Korrespondentin des ORF Susanne Scholl die Möglichkeiten eines Überlebens der Ukraine durch Flucht in die Neutralität. Für den russischen Präsidenten ist die Ukraine ein Hinterhof, bei dem niemand mitzureden hat. Eine Vision, die über den Kreml hinausgeht, mutet Scholl Putin nicht zu. “Er will seine Macht und sein Geld erhalten.”
Bio, Öko, Ethos. Die Mehrdeutigkeit des Naturbegriffs, Vortrag von Prof. Günther Pöltner am 8.3.2014, im Rahmen der Mitteleuropäischen Studentinnentagung
Nachlese_PoeltnerWie kann man die Frage der Natur angehen? Was ist Natur? Wenn alles Natur ist, dann sagt der Begriff der Natur nichts. Es ist aber tatsächlich so, dass wir Natur als Teilbereich der Gesamtwirklichkeit verstehen.